100 Jahre NABU Heidelberg

Große Jubiläumsfeier im Botanischen Garten am 22. August 2010

Grußwort von André Baumann - NABU-Landesvorsitzender

Zum 100jährigen Jubiläum gratuliere ich der NABU-Gruppe Heidelberg sehr herzlich!  Es freut mich, wie prächtig sich die Gruppe über die Jahrzehnte hindurch entwickelt hat. Aus den zarten Anfängen vor 100 Jahren ist eine florierende NABU-Gruppe geworden, deren ehrenamtlich Aktive sich in derzeit neun Arbeitskreisen für mehr Natur- und Umweltschutz in und um Heidelberg engagieren; mit rund 1350 Mitgliedern gehört Heidelberg zu den größten NABU-Gruppen im Land. Deshalb möchte ich bei dieser Gelegenheit allen Menschen danken, die im NABU Heidelberg viele Stunden ehrenamtlicher, unentgeltlicher Arbeit geleistet haben und dies bis heute tun.

Der NABU Heidelberg ist mit seiner Umweltberatung ein fester Ansprechpartner für die Bevölkerung geworden und wirkt auch mit seinem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm in der Umweltbildung. Überlegen Sie einmal, wie viele wichtige Impulse wohl von diesem Engagement in ganz Heidelberg ausgegangen sind.

  • Vielen Kindern, aber auch Erwachsenen erschließen die naturkundlichen Spaziergänge, Exkursionen, Vorträge und Aktionen der NABU-Gruppe erst die Natur vor unserer Haustüre und machen sie dabei auch sensibel für die drängenden Umweltprobleme unserer Zeit. Nur was man kennt, ist man bereit zu schützen.
  • Ungezählte Denkanstöße gingen so von der Tätigkeit der Gruppe aus und haben ganz gewiss das öffentliche Bewusstsein in Heidelberg geprägt.
  • Dass die Idee, einen deutschlandweiten Naturschutzverein zu gründen – der heute NABU heißt und 420.000 Mitglieder umfasst – in Heidelberg ihren Ursprung nahm, ist ein Detail, das erst bei den Recherchen zum Jubiläum unserer NABU-Gruppe ans Licht kam.

Ich wünsche der NABU-Gruppe, dass es ihr auch in den kommenden 100 Jahren gelingen mag, Menschen für den Schutz unserer Mitwelt zu begeistern. Nur wenn noch mehr Menschen als heute Naturschutz nicht als karitativen Akt gegenüber Tieren und Pflanzen sondern als Bewahrung unserer eigenen Lebensgrundlage auf diesem Planeten verstehen, werden wir die Herausforderungen des Klimawandels und der anderen unumgänglichen Veränderungen unserer Gesellschaft meistern können. Möge der NABU Heidelberg weiterhin ein starker Anwalt für Mensch und Natur sein!

100-Jahr-Feier zwischen Vogelgezwitscher und Froschgequake

Von Swanett Koops

Richtig heiß war es am Sonntag, dem 22. August 2010! Doch davon ließen sich die vielen Besucher nicht abschrecken, die sich auf den Weg in den Heidelberger Botanischen Garten gemacht hatten. Denn es gab etwas zu feiern: Das 100-jährige Jubiläum des NABU Heidelberg!


Dabei begann die Geschichte des NABU Heidelberg schon früher, wie sich erst bei den Recherchen zum Rückblick herausstellte. Ein Aushang am schwarzen Brett der Universität Heidelberg war der Funke, der letztlich zur Gründung des überregionalen Naturschutzbundes führte: Der Jura-Student Otto Hähnle sieht einen Aushang „Aufruf an die Jugend zum Schutz der Vögel“ und berichtet seiner Mutter Lina Hähnle davon. Diese schreitet 1898 zur Tat und gründet in Giengen den „Schwäbischen Bund für Vogelfreunde“ (SBV) und ein Jahr später den „Bund für Vogelschutz“ (BfV) – der heutige NABU war geboren. Bereits 1906 formierten sich Heidelberger Naturfreunde zu einer eigenen Ortsgruppe.

Grüner Rahmen im Botanischen Garten

Trotz viel Historie war das Jubiläumsfest alles andere als eine trockene Angelegenheit: Die Besucher erwartete ein buntes Treiben zwischen gewachsenen Schönheiten und Froschteichen, war doch der Botanische Garten der perfekte Ort für dieses Fest. Während verschiedener Mini-Exkursionen konnten sich die Gäste gleich vor Ort von Schönheit und Vielfalt der Fauna und Flora überzeugen. Wer es spielerisch mochte, konnte an Vogelstimmenquiz und Pflanzenrätsel teilnehmen.

Neben ökologischen Speisen und Getränken waren die Bänke im Schatten der Bäume an diesem Sommertag sehr begehrt. Auf der Suche nach geistiger Nahrung wurde man am NABU-Info-Stand mit seinem breiten Prospektangebot fündig. Natürlich durfte die Historie dann doch nicht fehlen: Eine Foto-Ausstellung erzählte die Geschichte des NABU Heidelberg – von seinen Anfängen mit Lina Hähnle bis heute, die auch im Jubiläumsheft zusammengefasst ist.

Doch ein kleiner Nager stahl der NABU-Gründerin glatt die Show!

Ein Feldhamster begeisterte die Besucher, in dem er – so gar nicht scheu – in seinem Käfig auf und ab turnte. Wer hatte das schon mal gesehen: einen leibhaftigen Feldhamster! Das Tier stammte aus der Aufzuchtstation des Heidelberger Zoos, von wo die stark bedrohte Art im Raum Mannheim/Heidelberg ausgewildert wird, um die schwächelnde Population in unserer Gegend zu stärken. Der NABU Heidelberg ist an diesem Projekt zum Schutz der kleinen Nager beteiligt, in dem Landwirte bewogen werden, ihre Felder hamsterfreundlich zu bewirtschaften.

Der lebendige Feldhamster war nicht die einzige Attraktion, die auf seine bedrohte Art aufmerksam machte: Auch das Kinderprogramm drehte sich um das Tierchen, das sich durch seine auffällig braunweiß- schwarze Färbung deutlich von seinem aus Syrien stammenden Verwandten, dem Goldhamster, unterscheidet.


Basteln und Spiele rund um den Hamster und nicht zuletzt der Malwettbewerb trafen auf großen Anklang bei den Kleinen. Das Mitmachen lohnte sich, erwartete doch den Sieger des Malwettbewerbs ein Besuch in der Hamster-Aufzuchtstation im Zoo, die sonst niemandem zugänglich ist. Entsprechend freute sich Livia Polte (sie malte das prämierte Hamsterbild), als ihr ein paar Wochen später ein Blick hinter die Hamsterkulissen ermöglicht wurde. „Schon oft haben wir uns die Nasen an den Scheiben platt gedrückt, jetzt dürfen wir mal hinein“, so die Mutter der Gewinnerin.


Wie der Malwettbewerb war das ganze Fest eine gelungene Sache, die dann allerdings ein etwas verfrühtes jähes Ende fand: Nach der großen Hitze braute sich ein Gewitter zusammen. Wir danken allen Besuchern, Helfern und großzügigen Sponsoren, die mitgemacht, zugehört, sich informiert, gegessen, getrunken und gespendet haben und freuen uns auf das neue Programm im kommenden Jahr.

 

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 14.07.2015 (MP)

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