Gelbtafeln und Leimringe – alles, aber auch alles

bleibt daran kleben

Gelbtafeln in einem Kirschbaum. Foto Regine Malic
Gelbtafeln in einem Kirschbaum. Foto Regine Malic

Als eine umweltfreundliche Variante von chemischen Insektiziden galten bislang die so genannten Gelbtafeln, gelbe mit Klebstoffen und manchmal auch Lockstoffen behaftete Papp- oder Kunststofftafeln. Sie sind attraktiv für die Kirschfruchtfliege, der die grelle Farbe einen guten Eiablageplatz signalisiert.

 

Die Weibchen fliegen die Kirschen an, sobald sie sich gelblich verfärben und legen jeweils ein Ei in die Frucht. Die schlüpfenden Würmer fressen sich entlang des Kirschkerns satt.

Foto Regine Malic
Foto Regine Malic

Viele Kirschen faulen vorzeitig und fallen ab. Die übrig bleibenden sind von Würmern okkupiert, die die Freude am Selbstgezogenen oft erheblich mindern.

 

In feuchten und kühlen Sommern ist der Befall oft nicht so ausgeprägt wie in heißen und trockenen Jahren. Um alle an der Eiablage interessierte Weibchen „einzukleben“, wird empfohlen, mehrere Gelbtafeln aufzuhängen. Besonders auf der Sonnenseite des Baumes.

Diese Methode hat aber auch Nachteile, die ein naturbewusster Gärtner kennen sollte:

  • Der Nutzen der Gelbtafeln ist umstritten. Sie funktionieren eher als Indikator, ob überhaupt ein Befall vorliegt.
  • Mit den Gelbtafeln werden auch massenhaft Wildbienen und Hummeln, sogar Vögel und Fledermäuse weggefangen. Diese bleiben hängen und verenden qualvoll.
  • Im Kleingartenverein Heidelberg Stadt wurde ein Einsatz dieser Tafeln mittlerweile verboten – leider sind immer noch welche da.
  • Anstelle der Gelbtafeln kann man Kirschessigfliegen mit speziellen Becherfallen fangen.


Leimringe gegen den Frostspanner sollten frühestens im September angebracht werden.

 

Tipp: Wenn sich dann doch noch vereinzelte Maden in den Kirschen befinden, kann man diese einige Minuten lang ins Wasser legen. Die Maden poppen dann an die Oberfläche.

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 17.07.2019 (MP)

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