Wildkameras – ihr Einsatz in der Tierfotografie

Text und Fotos von Manfred Eimers

Das Schwierige an der Tierfotografie ist nicht nur, dass Tiere sehr beweglich sind, sondern zumeist auch eine große Fluchtdistanz einhalten. Zur reinen Beobachtung setzt man daher Ferngläser oder Spektive ein, um Abstand zu wahren und größere Entfernungen zu überbrücken. Die Naturfotografie verwendet dem entsprechend Teleobjektive mit großer Brennweite.

Die Wildkamera hat für den ambitionierten Fotografen einen besonderen Stellenwert und Nutzen. Qualitativ sind alle Bilder eher alten Polaroidfotos vergleichbar, aber mit der Wildkamera können Tiere aus nächster Nähe und zu jeder Tageszeit fotografiert werden. Und – da sie für das Tier störungsfrei mit Selbstauslöser funktioniert – muss der Fotograf dazu nicht einmal anwesend sein.

„Auslotung“ eines Lebensraums

Die recht preiswerte Wildkamera kann eingesetzt werden zur Erforschung eines Lebensraums. Man stellt sie auf und fast kontinuierlich, über viele Tage hinweg erfüllt sie ihre Beobachterfunktion. Für den Naturfotografen interessant sind mit ihr gewonnene Ergebnisse wie: Welche Tiere halten sich in diesem Biotop zu welcher Tageszeit auf? Dann kann er sich gezielt mit einer hochwertigen Kamera auf die Lauer legen. Besonders attraktiv sind Nachtaufnahmen. Mit der Wildkamera nachts einen Dachs oder einen Waldkauz zu „erwischen“, kann spektakulär sein.

Dem Motiv ganz nah

Wildkameras sind in der Regel sehr einfache Kamerasysteme, die nicht von Hand ausgelöst werden, sondern durch einen oder mehrere Bewegungssensoren. Somit ist es nicht erforderlich, dass der Fotograf neben der Kamera steht. Das ist gut bei schreckhaften, empfindlichen Tieren. Sie kommen dadurch sehr nahe an die Kamera, was wegen der üblicherweise eher weitwinkeligen Optik auch erforderlich ist.

Gezielte Aufnahmen, auch in der Nacht

Eine zusätzliche Besonderheit bieten sogar die von Discountern vertriebenen, günstigen Modelle. Sie können auch bei Nacht Infrarot-Bilder „schießen“, die als Schwarz-Weiß-Bilder gespeichert werden.

 

Hierbei wird die Kamera durch einen integrierten Infrarot-Blitz unterstützt. Die Auslöse-Empfindlichkeit der Wildkamera auf eine Bewegung kann meist in verschiedenen Stufen eingestellt werden. Ebenso kann festgelegt werden, ob ein oder mehrere Fotos aufgenommen werden, nachdem eine Bewegung registriert wurde. Sogar einfache Modelle können zudem noch eine kurze Video-Sequenz in mäßiger Qualität aufzeichnen.

 

Um zu vermeiden, dass ein einzelnes Tier in der Nähe der Wildkamera immer wieder Auslösungen mit sehr ähnlichen Abbildungen hervorruft, kann auch eine Wartezeit oder Verzögerung nach dem ersten Bewegungsimpuls vorgegeben werden.

Positionierung und Ausrichtung der Kamera

Die Wahl des Kamerastandortes und ihre Ausrichtung haben einen großen Einfluss auf den Erfolg. Es ist beispielsweise wenig ratsam, die Kamera auf einen Strauch oder die dünnen Zweige eines Baumes auszurichten. Bereits durch einen leichten Wind können diese zu starken Bewegungen angeregt werden, was zu nicht beabsichtigten Kameraauslösungen führt.

 

Wie bei jeder Art von Fotografie kann eine Ausrichtung schräg nach oben auf den Himmel eine Gegenlichtsituation ergeben. Bei hellem Hintergrund erscheint das eigentliche Motiv dann sehr dunkel bis schwarz. Die Kameraautomatik passt die Belichtung aber so an, dass sich auf der Bildfläche insgesamt mittlere Helligkeitswerte ergeben.

Beim Aufstellen von Wildkameras sind ggf. rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten, wie sie den Hinweisen der Kamerahersteller zu entnehmen sind.

Die Wahl des Bildausschnittes

Um überhaupt eine Tieraufnahme zu erzielen, ist es natürlich erforderlich, die Kamera so zu positionieren, dass der Weg, den das Tier nimmt, im Blickwinkel der Kamera liegt. Als Kamerapositionierung hat sich die Kniehöhe mit einer horizontalen Ausrichtung oder einer leichten Neigung nach unten in der Praxis vielfach bewährt. Beim Anbringen der Kamera an einem Baumstamm kann auch eine Höhe von 1 bis 2 Metern günstig sein. Man sollte ggf. mit manuell ausgelösten Testbildern oder mit der Live-View-Funktion über das Display prüfen, ob der gewünschte Bildausschnitt (z. B. die gesamte Breite eines Weges) abgedeckt wird.

Tipps für eine besseren Trefferquote

Die Chancen auf interessante Bilder können natürlich erhöht werden, wenn markante Punkte ins Visier der Kamera genommen werden: Im heimischen Garten könnten dies z. B. eine Futterstelle oder ein Gartenteich sein. Auch Verbindungspfade, Durchgänge oder gemähte bzw. freigeschnittene Teilflächen werden gerne von einigen Tieren als bequeme Wanderwege genutzt, sodass hier die Trefferquote steigen kann.

 

Falls bereits Tierspuren gefunden wurden, kann hier durch „Beweisfotos“ der Verursacher gezielt ermittelt werden, zumindest wenn es sich um einen „Wiederholungstäter“ handelt. Ansonsten kann auch durch mehrfachen Positionswechsel der Kamera ein größerer Geländebereich abgedeckt werden.

Die Auswertung – Überraschungen und neue Ideen

Nach meinen Erfahrungen ist man immer wieder überrascht von den gewonnenen Einblicken in einen Lebensraum. Manchem Biotop sieht man seine tatsächliche Artenvielfalt auf den ersten Blick kaum an, da macht ein ungewöhnlicher Tageszeitraum einen großen Unterschied. Bei entsprechendem Forscherdrang kann man auch Datum und Uhrzeit sowie ggf. Zusatzinformationen wie die Temperatur bei der Aufnahme aufzeichnen lassen und auswerten.

 

Nicht enttäuscht sein sollte man über die schwankende Qualität der Bilder. Sie wird von vielen Randbedingungen beeinflusst, insbesondere von wechselnden Lichtverhältnissen. Mit etwas Geduld und Ausdauer aber lassen sich aber durchaus vorzeigbare Ergebnisse erzielen.

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 13.01.2019 (MP)

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