Heidelberger Wanderfalkenprojekt

2014 von den Vereinten Nationen ausgezeichnet

Anmerkung: Auch im Juli 2016 zeichnete die Fachjury der UN-Dekade dieses Projekt wieder aus! Wir gratulieren!

Von Karl-Friedrich Raqué

Hans-Martin Gäng, ein seit Jahrzehnten aktiver Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz Heidelberg, wurde am 6. August 2014 während einer Feierstunde im Heidelberger Rathaus im Namen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt von Oberbürgermeister Dr. Würzner für das von ihm initiierte Projekt „natürliche Wiederansiedelung wild lebender Wanderfalken in Heidelberg“ ausgezeichnet.

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner (rechts) überreicht die Auszeichnung an Hans-Martin Gäng (2.v.re). Foto: Ph. Rothe
Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner (rechts) überreicht die Auszeichnung an Hans-Martin Gäng (2.v.re). Foto: Ph. Rothe

Die Entstehung des Artenschutzprogramms

Wanderfalkenpaar Aurora und Fritz. Foto: Bernd Zoller
Wanderfalkenpaar Aurora und Fritz. Foto: Bernd Zoller

Seit 2011 würdigt die Dekade Biologische Vielfalt der Vereinten Nationen Initiativen, die sich in vorbildlicher Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen.

 

Nachdem Hans-Martin Gäng Ende der 1990er Jahre die ihm im Murgtal seit 1965 anvertrauten Brutplätze des Wanderfalken verließ, um als Rektor die Leitung der Heidelberger Geschwister-Scholl-Schule zu übernehmen, knüpfte er umgehend Kontakte zu den entsprechenden Behörden und Entscheidungsträgern, um im Turm der Heidelberger Heiliggeistkirche in 56 Meter Höhe gemeinsam mit einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft und Lehrern seiner Schule einen Nistkasten einzubauen.

  • Denn der Wanderfalke war nach der letzten Brut 1953 im Heidelberger Schloss in der Kurpfalz ausgestorben.

Ein neues Artenschutzprogramm, das bis zu der Pensionierung von Hans-Martin Gäng als Schulprojekt durchgeführt und seit 2007 unter seiner Leitung vom Arbeitskreis Greifvogelschutz des NABU Heidelberg weitergeführt wurde und wird, war geboren worden.

Wanderfalken-Watching im Internet

 

Nach der Installation des Nistkastens 1999 schlüpften seit dem Jahr 2000 bis heute 53 Jungfalken (Stand 2016) im Turm der Heiliggeistkirche und flogen erfolgreich aus.

 

Dieser Wanderfalken-Nistkasten wird seit 2016 durch ein elektronisches Abwehrsystem erfolgreich vor den mehrfach erfolgten Übernahmeversuchen der Nilgänse geschützt.

 

Durch Video-Übertragung auf einen Monitor im Foyer des Heidelberger Rathauses und über drei Webcams ins Internet können Interessierte das Geschehen während der Brut- und Aufzuchtphase verfolgen. Täglich werden hierbei während der Brutperiode etwa 300 Internetzugriffe aus dem In- und Ausland registriert; das bedeutet seit Projektbeginn über eine Million Klicks auf die Website.

Dieses erfolgreiche Projekt hat mittlerweile in vielen Städten des In- und Auslandes Nachahmer gefunden und wird seit seinem Beginn tatkräftig von der Stadt Heidelberg, der Kirchengemeinde Heiliggeist, der Evangelischen Pflege Schönau als Eigentümerin der Kirche und den Naturschutzverbänden unterstützt, bei denen sich Hans-Martin Gäng in seiner Rede gebührend bedankte.


Auch Karlfried Hepp, jahrzehntelanges Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz Baden-Württemberg, ließ es sich trotz hohen Alters nicht nehmen, zusammen mit seiner Frau an der Feierstunde teilzunehmen. Das Gleiche gilt für Bernd Zoller und Frau. Er nahm über die Jahre hinweg zahlreiche Bilder der Heidelberger Wanderfalken auf.

Hans-Martin Gäng (Mitte) freut sich über Falkennachwuchs 2014
Hans-Martin Gäng (Mitte) freut sich über Falkennachwuchs 2014

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 01.01.2015 (MP)

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