PHV – Umweltsauerei in Heidelberg?

Zu „Jede zweite Wohnung soll günstig sein“, RNZ 28.12.2021

PHV West, Stufe 4: 18 ha fruchtbare Ackerböden. NABU: nicht bebauen, sondern erhalten. Foto: C. Wiethaler
PHV West, Stufe 4: 18 ha fruchtbare Ackerböden. NABU: nicht bebauen, sondern erhalten. Foto: C. Wiethaler

Pressemitteilung, Heidelberg, 29.12.2021

Gerade wurde der Stadt Emden der Negativ-Preis „Dinosaurier des Jahres 2021“ für die „Umweltsauerei des Jahres“ verliehen. Es geht um Naturzerstörung durch ein Baugebiet. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger fordert, den Flächenfraß in Deutschland zu stoppen, denn „Emden ist überall“.

 

Mit der Planung für das Patrick-Henry-Village (97 ha) hätte auch Heidelberg gute Chancen auf einen „Dino“. Der geplante Versiegelungsgrad ist hier ähnlich hoch. Hinzu kommt der vorgesehene Abriss sanierungsfähiger Zeilenbauten auf dem Baufeld A5 und anderer Felder sowie die geplante Zerstörung von 18 ha fruchtbarer Ackerböden westlich des PHV!


Laut RNZ (28.12.21) sind die günstigen Wohnungen im PHV vor allem im Westen geplant – auf dem Acker.  Mit dem Argument preisgeförderter Wohnungen die Boden-Zerstörung zu rechtfertigen, ist absurd. Eine solche Baupolitik sieht selbst neben Dinosauriern alt aus. Wohnungen werden günstiger, wenn vorhandener Wohnraum saniert und genutzt wird, und wenn die BewohnerInnen selbst planen und gestalten können. Das hat die Erfahrung zahlreicher Bauprojekte, auch in Heidelberg, gezeigt.


Der Bürgerentscheid zum Ankunftszentrum im April 21 erzielte in allen Stadtteilen klare Mehrheiten. Die Abstimmung wandte sich auch gegen die Versiegelung fruchtbarer Äcker in den Wolfsgärten und in der Umgebung des PHV. Es liegt jetzt in der Verantwortung des Gemeinderates, weitere sinnlose Flächenversiegelungen zu stoppen. Diese führen zur Überhitzung der Wohnquartiere. Sie schädigen das Klima, eliminieren die Biologische Vielfalt und zerstören den Lebensraum der Menschen.

 
Flächenschutz bedeutet bauen auf bereits versiegelten Flächen. Die Grünflächenanteile im PHV sind ein artenreicher Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen. Zu deren Schutz kann der Stadtrat zu erhaltende Grünflächenanteile festsetzen und die vorhandene Vielfalt erhalten.


Agrarland wir immer knapper. 18 ha Verlust durch PHV verhindert die regionale Versorgung mit Lebensmitteln. Die geplante zusätzliche Inanspruchnahme von Ackerland darf nicht erfolgen. Preisgeförderter Wohnungsbau gehört auf vorhandene Baufelder. Die Ackerflächen müssen geschützt und 2022 aus den Plänen gestrichen werden.  


Cornelia Wiethaler (M.A.), Leiterin NABU-AK-Umweltpolitik

 

 

 

 

 

 

Letzte Änderung 31.12.2021 (MP)

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