Wildbienen fördern

Text und Fotos: Arbeitskreis Naturgarten

Löcherbiene
Löcherbiene

Gefährdung von Wildbienen

In Deutschland gibt es ungefähr 560 verschiedene Wildbienen, die Artgenossen der gezüchteten Honigbiene. Sie haben eine wichtige Bedeutung als Teil der Artenvielfalt und leisten einen entscheidenden Beitrag als Bestäuber von Blütenpflanzen.

 

In den letzten Jahrzehnten sind die Wildbienen stark zurückgegangen. Über die Hälfte der Arten gilt als im Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Alle heimischen wildlebenden Bienen stehen in Deutschland durch die Bundesartenschutzverordnung unter besonderem Schutz.

Rückgang der Lebensräume

Als Hauptursache der Gefährdung von Wildbienen gilt die Zerstörung ihrer Lebensräume, oder die Verschlechterung ihrer Qualität. Die überwiegende Zahl der Bienenarten lebt in offenen, das heißt nicht mit Wald bewachsenen Landschaften. Beispielsweise in Mooren und Kiesgruben, oder auf landwirtschaftlich genutzten Flächen wie Äckern und Grünland.

Vielfalt der Wildbienen

Hummel
Hummel

Wildbienen sind in Aussehen und Lebensweise äußerst vielfältig. Ihre Größe reicht von einigen Milimetern bis zu mehreren Zentimetern, sie sind unbehaart oder haben einen Pelz. Ihre Färbung variiert von einfarbig Schwarz über bräunlich gemustert bis zu markant gezeichnet in Weiß, Orange und Schwarz, wie beispielsweise die Hummeln, die auch zu den Wildbienen gehören.

 

Andere bekannte Wildbienen sind die Gehörnte Mauerbiene und die Rostrote Mauerbiene, beide zuverlässige Besiedler von Nisthilfen. Ebenfalls häufig und gut erkennbar sind die Schwarze Holzbiene und die Wollbiene, die man in Gärten antreffen kann. Weitere Wildbienen gehören beispielsweise zu den Sandbienen, Schmalbienen oder Scheren- und Löcherbienen.

Überwiegend solitäre Lebensweise

Der Großteil der Wildbienen lebt solitär, das heißt, das Weibchen baut ein Nest und versorgt die Brut allein. Wenige Arten, wie die Hummeln, leben in einjährigen Staaten.

 

Fast drei Viertel der Wildbienen nisten im Boden, beispielsweise in lockerer Erde oder Sand. Die übrigen Bienenarten legen ihre Nester in abgestorbenem Holz, trockenen Pflanzenstängeln und leeren Schneckenhäusern an, oder an Felsen.

Gärten und Topfpflanzen für Wildbienen

Viele Wildbienenarten im Siedlungsbereich kann man gezielt unterstützen, indem man das Nahrungsangebot und die Nistmöglichkeiten verbessert. Bei der Gestaltung von Gärten, aber auch auf Terrassen, Balkonen oder Fensterbänken lässt sich mit kleinem Aufwand etwas bewirken.

Vielfältige Blüten und Wasserangebot

Besonders wichtig ist es, die Vielfalt der Pflanzen zu fördern. Viele Wildbienen sind auf bestimmte Arten angewiesen. Wildpflanzen sind empfehlenswert, oder diesen nahe kommende Züchtungen.

Wichtig ist, dass die Blüten ungefüllt sind, so dass die Bienen Pollen und Nektar finden.

 

Die Auswahl an passenden Pflanzen, die sowohl im Garten als auch in Kästen, Töpfen oder Kübeln gedeihen, ist groß. Kräuter wie Lavendel, Thymian, Pfefferminze oder Schnittlauch gehören dazu, und zahlreiche beliebte Gartenblumen wie Blaukissen, Akelei, Hohe Fetthenne oder Astern. Als Gehölze können zum Beispiel Himbeeren und Johannisbeeren, Sommerflieder, Hunds-Rosen oder Efeu gepflanzt werden. Diese und andere Pflanzen tragen auch zur Versorgung vieler weiterer Insekten bei.

Ebenfalls eine wichtige Unterstützung kann eine Bienentränke sein. Dafür können Sie etwas Moos eine Weile in Wasser legen und anschließend in einer Schale an einem schattigen Ort aufstellen. Hier können Bienen Wasser aufnehmen. Gegen das Austrocknen genügt es, das Moos zu besprühen.

Naturnahe Nistmöglichkeiten und Verstecke

Mauerbiene
Mauerbiene

Die Nistmöglichkeiten der Wildbienen kann man verbessern, indem man ihre natürlichen Nistplätze imitiert.

 

Nisthilfen mit Hohlräumen in Blöcken aus Hartholz und Schilf- oder Bambusröhrchen unterstützen einige Arten. Eine weitere Variante sind gebündelte markhaltige Pflanzenstängel, beispielsweise von Brombeeren, die die Bienen selber aushöhlen. Sie sollten an einem sonnigen Ort angebracht werden, etwas schräg, damit kein Regen eindringt.

Für im Boden nistende Arten eignet sich ein Sandarium, eine Fläche mit grobem Sand, in der Wildbienen ihre Nester anlegen können. Es sollte mindestens 30 cm tief und 40 cm mal 40 cm breit sein, am besten nach Süden gelegen und regengeschützt.

Weitere Nistmöglichkeiten und Verstecke finden einige Wildbienen in den Ritzen von Trockensteinmauern oder Steinhaufen. Für andere Arten ist Totholz geeignet. Auch „wilde Ecken“  im Garten unterstützen Wildbienen, ebenso wie das stehen Lassen verblühter Pflanzen über den Winter.

Nachhaltiger Einkauf zum Erhalt von Lebensräumen

Wenn Sie regionale, saisonale und ökologisch produzierte Lebensmittel kaufen, können Sie Wildbienen ebenfalls fördern. Sie tragen damit zum Erhalt ihrer Lebensräume bei.

Weitere Informationen

wildbienen.info

Bärbel Oftring, Wildbienenfreundlich Gärtnern. Für Balkon, Terrasse und kleine Gärten (Edition Fischer), 2. Auflage 2020.

 

Weblinks zu Wildbienen - im Garten

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 13.02.2022 (MP)

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