Vögel zählen im Handschuhsheimer Feld

Eine Exkursion zur "Stunde der Wintervögel"

Von Sebastian Olschewski

An einem winterlichen Sonntagmorgen bewegt sich eine Menschentraube bedächtig durch das Handschuhsheimer Feld – was treibt sie aus dem warmen Bett hierher? Ja klar, der NABU ruft zum sechsten Mal die „Stunde der Wintervögel“ aus, die größte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland.

Stieglitze im Winter. Foto: NABU, Bart Wulling
Stieglitze im Winter. Foto: Presse NABU, Bart Wulling

Unter diesem Motto hat die NABU Gruppe Heidelberg zu einer vogelkundlichen Pirsch in das Handschuhsheimer Feld eingeladen. Rund 30 Vogelinteressierte sind der Einladung gefolgt und erkunden gemeinsam mit dem Exkursionsleiter Sebastian Olschewski die Kleingärten und Gemüsefelder. Gleich zu Beginn zeigt sich ein erstes Highlight: Ein Wanderfalke bezieht seinen Aussichtsposten auf dem Schornstein des Heizkraftwerkes und lässt sich durch das Spektiv in aller Ruhe beobachten. Er ist ein wahrer Flugakrobat, der im Jagdflug bis zu 200 Stundenkilometer erreichen kann!


Dank des NABU ist der Wanderfalke in Heidelberg und Baden-Württemberg auf dem aufsteigenden Ast, bis zu 300 Brutpaare siedeln wieder im Ländle. Aber auch die Singvögel lassen nicht lange auf sich warten. Die bundesweiten Spitzenreiter bei der„Stunde der Wintervögel“ sind Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel und Feldsperling. Bis auf den Feldsperling sind diese Arten schnell auf der Tagesliste notiert.

Buchfink. Foto: Presse NABU
Buchfink. Foto: Presse NABU

Doch plötzlich unterbricht ein lachender Ruf die Stille – ein Grünspecht hat es sich in einem Walnussbaum bequem gemacht und nutzt die zaghaften Sonnenstrahlen für einen Gesangstest. Auch diese Charakterart des strukturreichen Handschuhsheimer Feldes lässt sich prächtig durch das Spektiv bewundern. Unter dem Walnussbaum sucht eine Gruppe Saatkrähen emsig nach Nahrung, einzelne in der Gruppe versteckte Dohlen fallen durch ihren hellen Ruf auf. Insgesamt fünf verschiedene Krähenvogelarten bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor die Linse.

 

Eine ganze Reihe verschiedener Finkenarten bereichern ebenfalls die Artenliste: Buch- und Grünfinken, ein Trupp Bluthänflinge und eine vorbeieilende Gruppe Erlenzeisige verursachen bei allen erstaunte und zufriedene Gesichter.

Die Lebensraumvielfalt des Handschuhsheimer Feldes schlägt sich auch in der Vogelartenvielfalt nieder – und auch die Heidelberger wissen das Feld als Naherholungsgebiet zu schätzen. Damit das so bleibt, setzt sich die NABU-Gruppe Heidelberg auch für den Schutz des Feldes ein, welches in der Vergangenheit und auch aktuell wieder durch eine verstärkte verkehrliche Erschließung gefährdet ist.


Zum Schluss der Exkursion bestücken sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den mitgebrachten Aktionsflyern und Zählhilfen zur „Stunde der Wintervögel“ und resümieren: Das Verlassen des warmen Bettes an diesem Sonntagmorgen hat sich sehr gelohnt!

Bis zum nächsten Jahr, wenn es wieder heißt: „Ran an die Ferngläser zur Stunde der Wintervögel“!

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 11.01.2016 (MP)

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