Der Gewöhnliche Teufelsabbiss

Blume des Jahres 2015

Ihre Heilkraft verärgerte den Teufel

Von Maike Petersen

Der botanische Name Succisa kommt vom Lateinischen succisus, das „unten abgeschnitten“ bedeutet und sich auf die eigenartige Form des Wurzelstocks bezieht. Dieser stirbt im Herbst nach und nach von unten ab und sieht dann wie abgebissen aus: Der missgünstige Teufel gönnt dem Menschen diese heilkräftige Pflanze nicht.

Teufelsabbiss mit Bienen

Die Loki Schmidt Stiftung hat am 21. Oktober 2014 den Gewöhnlichen Teufelsabbiss (Succisa pratensis) zur Blume des Jahres 2015 ernannt. Damit soll für den Schutz dieser bedrohten Pflanze geworben werden, die in den meisten Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht.

 

Die „Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Baden-Württemberg“ führt den Teufelsabbiss in der Vorwarnliste (= Sippe in deutlichem Rückgang, Gefährdung in Zukunft zu erwarten).

Teufelsabbiss

Lebensraum

 

Die Blume des Jahres steht auch immer stellvertretend für einen bedrohten Lebensraum. Beim Gewöhnlichen Teufelsabbiss sind dies feuchte, magere und offene Standorte wie Feuchtwiesen, Moor- und Heidegebiete, Uferzonen sowie Graben- und Wegränder im Feuchtgrünland.

 

Der Schutz dieser Pflanze ist eine Gradwanderung: ihr Lebensraum muss gemäßigt bewirtschaftet werden. Sowohl eine zu intensive Nutzung als auch ein komplettes Brachfallenlassen der Flächen verdrängen sie.

  • Auf Düngen der Wiesen sollte daher unbedingt verzichtet werden.
  • Wird die Nutzung eingestellt, ist dennoch eine regelmäßige Biotoppflege notwendig, um die aufkommenden Gehölze zu entfernen. Beweidung oder Mahd sind sinnvoll.

Name und Heilwirkung

Die Wurzel enthält Saponine, Gerbstoffe und Glykoside. Die Volksmedizin benutzt die Teufelsabbiss-Wurzeln manchmal als Bestandteil von „Blutreinigungstees“. Sie soll harntreibend, abführend und bei Bronchitis schleimlösend wirken. Frische und zerquetschte Wurzeln sollen, direkt auf die Haut gelegt, bei kleineren Entzündungen, Juckreiz, bei Verstauchungen und Prellungen helfen.

Der Teufelsabbiss in Heidelberg

Die attraktive, mehrjährige Staude erreicht eine Höhe von 20 bis 100 cm und bildet einzeln stehend zwischen Juli und September kleinere Bestände.


Volker Violet, der Leiter des Arbeitskreises Botanik, beschrieb den Teufelsabbiss in seiner geführten NABU-Exkursion am 30. Oktober 2014 so:

Zum Arbeitskreis Botanik...

"Auch mir war neu: ein recht regelmäßiger, hübscher Stern (aus Hüllblättern) schmückt mitunter das Blütenköpfchen und auch noch den Fruchtstand beim Teufelsabbiss.

Sind die Samen reif, dann bildet der Blütenboden einen kleinen, spitzen Kegel.

Die Blüten selber sind meist blau und formen eine Halbkugel; die randständigen Blüten sind nicht vergrößert, also sind alle Blüten mehr oder weniger gleich gestaltet.

Im System steht Teufelsabbiss in der Famile der Geißblattgewächse und dort wiederum in der Unterfamilie Kardengewächse.“

Volker Violet hat im Juli 2015 eine Sonntagsexkursion zur einzigen Fundstelle in Heidelbergs Umland angeboten! Das Gebiet (Weide und Wiese) befindet sich im Gewann Dossenheimer Tal.

Fotomotiv von einer Botanikexkursion
Besuch beim Teufelsabbiss am 30. Oktober 2014

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Letzte Aktualisierung: 17.08.2015 (MP)

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