Flurbegehung auf der Ochsenkopfwiese

Verlust der Biodiversität genauso bedrohlich wie Klimakrise

Text und Fotos: Cornelia Wiethaler

Öffentliche Flurbegehung auf der Ochsenkopfwiese
Der NABU führt auf die Ochsenkopfwiese

+++ Aktuell: Offener Brief an die Stadt Heidelberg +++

Am Mittwoch, 25. September 2019 haben erstmalig BUND, NABU und LNV eine gemeinsame Stellungnahme zur Ochsenkopfwiese abgegeben und diese an die Verwaltungsspitze und den Gemeinderat der Stadt Heidelberg geschickt.


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Prof. Dr. Würzner, sehr geehrter Herr Erster Bürgermeister Odszuck, Herr Bürgermeister Dr. Gerner, Herr Bürgermeister Erichson und Herr Bürgermeister Heiß, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates,


die Ochsenkopfwiese ist für die Biodiversität im Innenbereich von Heidelberg die wertvollste Fläche mit dem größten ökologischen Entwicklungspotenzial. Sie ist ein struktur- und artenreiches Biotop mit 240 Blühpflanzenarten, großem Baumbestand und kurzfristig, d.h. innerhalb von 15 Jahren nicht regenerierbar.


Die Ochsenkopfwiese ist zudem für den Klimaschutz im Innenbereich der Stadt von herausragender Bedeutung.


Aus Sicht der Umweltverbände NABU, BUND und LNV muss diese Fläche erhalten und darf keinesfalls bebaut werden.


Wir bitten Sie, dafür Sorge zu tragen.

Vielen Dank.


Mit freundlichen Grüßen
Regine Buyer, BUND-Ortsgruppe Heidelberg-Wieblingen
Dr. Rainer Zawatzky, BUND-Kreisgruppe Heidelberg
Gerhard Kaiser, Arbeitskreis Mannheim, Heidelberg, Rhein-Neckar des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg e.V. (LNV)
Cornelia Wiethaler, NABU-Heidelberg 

Vor Ort mit Experten

Zur Flurbegehung auf der Ochsenkopfwiese am 13. Juli 2019 kamen über 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger. Bei dieser Veranstaltung ging es einerseits um die Vielfalt vor Ort aber auch um einen Ausblick auf die Entwicklung Stadtnatur in Heidelberg.


Sebastian Olschewski vom NABU Karlsruhe weist auf die große Strukturvielfalt des Geländes hin und auf die damit verbundene Vielfalt der Arten. An jeder Pflanzenart leben durchschnittlich 5 bis 10 Insektenarten, wie beispielsweise Heuschrecken. Die bieten wiederum Nahrung für Fledermäuse und Vögel.

 

Die Landesregierung unterstützt Programme zur Stadtnatur, um ökologisch hochwertige Flächen zu fördern. Heidelberg nimmt an diesen Programmen aber noch nicht teil. Heidelberg hat im Stadtgebiet wenige dieser wertgebenden Grünflächen, die vergleichbar mit der Ochsenkopfwiese sind. Schutz der Stadtnatur ist kein Selbstzweck, sondern trägt unmittelbar zur Lebensqualität aller Bürgerinnen und Bürger bei.

Dr. Marcus Koch Sebastian Olschewski Cornelia Wiethaler
Professor Dr. Marcus Koch, Leiter des botanischen Gartens Uni Heidelberg, Sebastian Olschewski NABU Karlsruhe, Cornelia Wiethaler NABU Heidelberg (vlnr)

Professor Dr. Marcus Koch, Leiter des botanischen Gartens der Universität Heidelberg, weist darauf hin, dass von den 2000 in Baden-Württemberg vorkommenden Pflanzenarten weit über 200 Arten auf der Ochsenkopfwiese zu finden sind. Dabei finden sich darunter auch die meisten der weitverbreitetsten Pflanzenarten, der Top-100, des Bundeslandes.

 

Professor Koch bringt das Wesentliche dann auf den Punkt:

 

„Stadtökologie ist Artenschutz; Artenschutz ist Biodiversitätsschutz.Wir befinden uns mitten im 6. Artensterben der Erdgeschichte.Es ist das erste von Menschen verursachte.Der aktuelle Verlust der Biodiversität ist dabei genauso bedrohlich wie die Klimakrise und mit ihr eng verzahnt. Zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität brauchen wir ein Konzept für die ganze Stadt Heidelberg. Die Stadt leistet schon sehr viel. Zurzeit arbeitet das Umweltamt an einer Biodiversitätsstrategie für Heidelberg. Das ist ein wichtiger Schritt.“


„Die großen Bäume haben eine besonders hohe kühlende Wirkung an heißen Sommertagen“, erklärt Cornelia Wiethaler, Vorstand der NABU-Gruppe Heidelberg. „Die Wurzeln eines Baumes sind etwa so umfangreich wie seine Krone. Sie können das Grundwasser erreichen und durch die Verdunstung angenehm kühle Rückzugsräume bilden. Kleinwüchsige Bäume auf Gründächern sind allerdings pflegeintensiv und können mit der Wirkung ihrer großen Brüder in tiefgründiger unversiegelter Erde nicht mithalten.“

 

 

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 28.09.2019 (MP)

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