Unsere Veranstaltungen

Soweit nichts anderes angegeben ist, wird für Nichtmitglieder pro Veranstaltung (außer bei Arbeitseinsätzen) jeweils eine Gebühr von 3 Euro erhoben.
Weitere Infos erhalten Sie beim jeweiligen Termin (siehe z.B. Leitung oder Mehr) oder unter info(at)nabu-heidelberg.de.
12.09.2010 (Sonntag) , 10:00 Uhr
Forstwirtschaft und Naturschutz im nördlichen Heidelberger Stadtwald
Treffpunkt: Hirschgasse 3 (von der Ziegelhäuser Landstraße vor dem Wehrsteg links, am Hotel „Hirschgasse“)
Leitung: Benjamin Grießmann u nd Förster Andreas Ullmann
15.09.2010 (Mittwoch) , 19:00 Uhr
„Bits und Bytes für die Ornithologie – Software, die den Ornithologen-Alltag vereinfacht“ (Vortrag)
VORTRAG ENTFÄLLT LEIDER !
02.10.2010 (Samstag) , 09:00 Uhr
Der Neckar bei Bergheim und Wieblingen im Herbst (Botanisch-ornithologische Exkursion)
Treffpunkt: Wehrsteg, Vangerowstraße
Leitung: Dr. Wilfried Willer
03.10.2010 (Sonntag) , 10:00 Uhr
Vogelkundliche Exkursion ins NSG Wagbachniederung
Treffpunkt: Parkplatz der Wallfahrtskirche in Waghäusel
Leitung: Dr. Karl-Friedrich Raqué

Pressemitteilung

02.07.2010 09:22 Uhr von Administrator

Exkursion mit dem NABU zu den Gelbbauchunken im Dossenheimer Steinbruch Leferenz

Der Bruch lebt! (von Kathrin Hentzschel)

Steinbruch Leferenz (Foto: Kathrin Hentzschel)
Seit etwa einem Jahr ist der ehemalige Steinbruch „Leferenz“ in Dossenheim für Besucher geöffnet. Wer sich jedoch einer Exkursion des NABU Heidelberg anschließt, erhält Einblick in ansonsten unzugängliche Bereiche und lernt, was dort schlüpft, kriecht und badet.

Noch bis 1985 war der Dossenheimer Steinbruch Leferenz am Hohen Nistler in Dossenheim in Betrieb. Der Gesteinsabbau, lernen wir von Sandra Panienka, 1. Vorsitzende und Leiterin des Arbeitskreises Amphibien und Reptilien beim NABU Heidelberg, hat die Entwicklung eines Biotops für Amphibien durchaus begünstigt: „Durch die Nutzung schwerer Arbeitsgeräte sind immer wieder abgedichtete Vertiefungen entstanden, die sich mit Wasser füllten. Darin ließen sich zahlreiche Amphibien nieder.“ In der Tat entwickelten sich hier ungestört Erd- und Wechselkröten, Grasfrösche, Gelbbauchunken sowie Bergmolch, Fadenmolch und Feuersalamander. Sonnenanbeter wie Mauer-, Zauneidechsen, Blindschleichen und Ringelnattern sind ebenfalls im Steinbruch heimisch.
Daher greifen die Naturschützer des NABU Heidelberg und des BUND Dossenheim nach der Stilllegung des Steinbruchs mit arterhaltenden Maßnahmen ein: Ein Gewässer ist abgesperrt, die Gullys am Eingang sind mit Lochblech versehen, damit keine Tiere hineinfallen; beschattete Gewässer werden behutsam von überhängenden Zweigen befreit. Der Rest bleibt in Petrus’ Hand.

Schau mir in die Augen, aber lass mich in Ruhe

Ringelnatter (Foto: Kathrin Hentzschel)Sandra Panienka schlüpft hinter die Absperrung, dreht ein paar Steine um, und schon präsentiert sie uns Hobby-Herpetologen das erste Exemplar auf ihrem Handteller. Ein Gelbbauchunken-Weibchen. Auf den ersten Blick ein unscheinbares Tier mit brauner, warziger Haut. Doch dann dreht sie die Amphibie auf den Rücken und wir bewundern deren leuchtend gelb-braune Unterseite. Sofort begibt sich „Bombina variegata“ in Kahnstellung. Sie wirft sich wieder auf den Bauch, biegt den Rücken durch und präsentiert uns als potenziellen Fressfeinden ihre Signalfärbung. Die streng geschützten Unken zu fangen und anzufassen ist übrigens nicht zur Nachahmung empfohlen. Nicht nur, weil wir dem Tier unnötigen Stress zumuten. Sondern auch, weil Unken ein Sekret produzieren, das die Haut reizt.

So begnügen wir uns auch beim Besuch des nächsten Gewässers weiter oben mit der Rolle des Betrachters und schauen den Tieren direkt in ihre herzförmigen Pupillen. Der leise klagende Unkenruf ist überall zu hören.

Vom Umgang mit Fröschen

Gelbbauchunke in der Kahnstellung (Foto: Kathrin Hentzschel)War es an diesem Tag unerträglich heiß und schwül, erhebt sich nun der Wind, und der Himmel über den Steinbrüchen wird dunkel. Noch hoffen wir, dass das angekündigte Gewitter wegzieht, und spähen in weitere Wasserlöcher und Wagenspuren. Da, eine junge Ringelnatter! Sie ist gut an ihren halbmondförmigen gelben Nackenflecken erkennbar. Der Anblick von Wechselkröten bleibt uns zwar vergönnt. Dafür sehen wir deren Kaulquappen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Aus dem Teilnehmerkreis kommt die Frage zum Umgang mit Fröschen im eigenen Teich. „Auf keinen Fall einen Frosch fangen und „mit Gewalt“ im Gartenteich ansiedeln“, bittet Sandra Panienka. „Im günstigsten Fall besucht Sie ein Jungtier auf Reviersuche freiwillig. Ist Ihr Teich artgerecht gestaltet, bleibt es.
Erwachsene Frösche sind jedoch relativ standorttreu – wenn sie erst einmal ein Revier besetzt haben, verlassen sie Ihren Teich und suchen ihre gewohnte Umgebung auf.“ Daher ihr Tipp: „Warten, bis der Frosch von selber kommt!“ Interessierten geben die Mitarbeiter des NABU Heidelberg in der Schröderstraße gerne Anregungen zur amphibienfreundlichen Gartengestaltung.
Bedrohlich beginnen jetzt die Eichen zu rauschen, der Wind peitscht ins Schilf und erste Tropfen fallen. Wohlweislich haben wir Regenkleidung dabei, doch diesem Wolkenbruch, der gar nicht aufhören will, sind nur die wenigsten Textilien gewachsen. Wir flüchten in den Wald und hegen die Hoffnung, wenigstens einen Feuersalamander zu sehen. Obwohl wir bis auf die Haut nass werden, überwiegt das gute Gefühl, viel gesehen und gelernt zu haben, und wir freuen uns für die Amphibien über die Wasserzufuhr in den Tümpeln.
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