Nachricht

Zurück

22.12.2011 von Sandra Panienka

Die Erdkröte (Bufo bufo)

Froschlurch des Jahres 2012

Wenn im Frühjahr der Schnee taut, die Nachttemperaturen auf über 5°C klettern und leichter Nieselregen einsetzt, verlassen viele Amphibien ihre Winterverstecke und begeben sich auf Wanderschaft zu den Laichgewässern. Repräsentativ für diese Wanderungen ist der Lurch des Jahres 2012 – die Erdkröte.

Hier geht es zur Erdkröten-Galerie...

Diese äußerst anpassungsfähige Amphibie gehört zur Gattung Bufo, den Echten Kröten, die durch ihre kurzen Beine und die paarigen Ohrdrüsen hinter dem Kopf gekennzeichnet sind. Die Art besticht vor allem durch ihre wunderschönen kupfer- bis orangefarbenen Augen und ist aufgrund ihrer braunen, warzigen Haut und der beachtlichen Größe, die vor allem die Weibchen erreichen können, leicht zu erkennen.
Obwohl die Erdkröte zu den häufigsten Amphibien in Deutschland gehört und sie derzeit auf der Roten Liste als nicht gefährdet eingestuft ist, gehen ihre Bestände immer weiter zurück. Lebensraumzerstörung und Lebensraumzerschneidung durch Straßen tragen maßgeblich zum Rückgang der Erdkrötenpopulationen bei.
Trotz vieler Maßnahmen im Naturschutz sterben jedes Jahr zahlreiche Erdkröten auf Deutschlands Straßen. Auch in Heidelberg ist die Erdkröte von dieser Problematik betroffen. Seit fast 20 Jahren ruft Renate Exner immer wieder im Frühjahr zahlreiche Helfer zusammen, die den Kröten über die Straße helfen; es gibt viele Stellen an denen leider keine Amphibienzäune errichtet werden können. Auch 2011 konnten wieder über 1200 Erdkröten von freiwilligen Helfern gerettet werden.

Erdkröten sind Kulturfolger, das bedeutet, dass sie unter anderem auch in naturnahen Gärten einen Lebensraum finden. Nachts streifen sie auf der Suche nach Futter umher. Sie vertilgen Schnecken, Würmer, Asseln und Käfer. Wer Erdkröten in seinem Garten einen Lebensraum bieten möchte, sollte auf den Einsatz von giftigen Substanzen zur Schneckenbekämpfung verzichten. Damit sich die Kröten bei Ihnen auf Dauer wohl fühlen, sollte Totholz liegengelassen werden. Dieses kann als Tagesversteck gut genutzt werden. Teiche sollten nur dann angelegt werden, wenn sichergestellt ist, dass Garten und Umgebung amphibienfreundlich sind. Zwischen Teich und nahen Waldgebieten sollten keine größeren Straßen verlaufen.

Erdkröte (Heidelberg, Foto: Christel Pietsch)Erdkröten gehören wie Grasfrösche zu den Explosivlaichern. Das bedeutet, dass sie im Vergleich zu anderen Amphibienarten eine kurze, aber sehr intensive Laichphase haben, bei der mehrere 100 Individuen gleichzeitig das Gewässer aufsuchen. Im Frühjahr wandern die Kröten in großen Scharen oft schon Anfang März zu ihren Gewässern. Die Laichschnur eines Erdkrötenweibchens kann eine Länge von bis zu 5 Metern erreichen und weit über 3000 Eier enthalten. In Gewässern werden häufig Randbereiche für die Eiablage genutzt. Sobald die Quappen geschlüpft sind und freischwimmen, kann man sie häufig an ihrem Schwarmverhalten erkennen.
Laichschnüre im Uferbereich und Kaulquappen frisch nach dem Schlupf, die bei drohender Gefahr noch nicht davon schwimmen können, sind besonders empfindlich. Hier sind insbesondere Hundebesitzer aufgefordert, ihre Hunde in der Nähe von Amphibiengewässern an die Leine zu nehmen und die Tiere während ihrer Entwicklung im Gewässer nicht zu stören.
Nach bis zu vier Monaten nach der Eiablage ist die Metamorphose der Quappen zur jungen Kröte vollzogen. In dieser Zeit kann es zu Massenwanderungen von Jungtieren kommen, was im Volksmund auch als ‚Krötenregen’ bezeichnet wird. Daher sollte man sich in Gewässernähe nur mit äußerster Vorsicht aufhalten, um die jungen Kröten nicht zu zertreten.

Hier geht es zur Erdkröten-Galerie...

Beim NABU Heidelberg gibt es auch im Jahr 2012 die Möglichkeit, den Lurch des Jahres live zu erleben. Falls Sie zum Beispiel Interesse daran haben, bei der Krötenwanderung zwischen März und Mai zu helfen, können Sie sich jederzeit an den Arbeitskreis für Amphibien und Reptilien wenden: Sandra Panienka, bufo.viridis1013(at)yahoo.de .

zum Seitenanfang

Zurück