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28.01.2012 von Rhein-Neckar-Zeitung
Kein Platz für die Reiter?
Handschuhsheimer Gärtner und Vereine haben Appell an den Gemeinderat gerichtet (von Timo Teufert).
Sie haben einen Appell an den Gemeinderat gerichtet, in dem sie die Stadt auffordern, die Standortsuche für die Reiter im Handschuhsheimer Feld zu beenden.
Knackpunkt sind vor allem die Koppelflächen, die die Reiter auf der Entwicklungsfläche für den neuen Botanischen Garten anlegen wollen. „Eine langfristige Lösung im Sinne des Reitervereins ist an dieser Stelle nicht machbar“, sagt Uni-Rektor Bernhard Eitel im RNZInterview. Allenfalls kurzfristige Pachtverträge mit einer Laufzeit von einem halben Jahr will Eitel dem Verein zugestehen. Es sei abzusehen, dass die Flächen für die Koppeln nach Norden verlagert werden müssten, wenn das Land eigene Bedürfnisse anmelde, meinen auch die Unterzeichner des Appells. Deshalb fordern sie die Verwaltung nachdrücklich auf, „die Standortdiskussion im Handschuhsheimer Feld zu beenden, die Suche auf der gesamten Heidelberger Gemarkung zu eröffnen und für die Durchsetzung des Auftrages aus der Mediation zu sorgen.“
Denn bei dieser Mediation im Februar 2011 seien mehrere, über das gesamte Handschuhsheimer Feld verteilte Standorte von der Verwaltung überprüft und verworfen worden. „Eine Freizeitanlage mit vielen negativen Begleiterscheinungen gehört nicht in die ökologisch und agrarbiologisch wertvolle Feldflur. Die Zukunft der Gärtnerbetriebe ist gefährdet“, heißt es im Appell. Neben der Gärtnervereinigung, dem Obst- und Gartenbauverein und dem Landesnaturschutzverband gehört auch der Verein der Gartenfreunde, der die Schänzel-Fläche ebenfalls beansprucht, zu den Unterzeichnern. Mit der Mediation hätte die Diskussion um ein neues Domizil für den Reiterverein im Handschuhsheimer Feld beendet sein müssen, sind sich die Vertreter einig. Vielmehr sollte die Stadt einen Standort außerhalb des Feldes entwickeln.
Die Gemeinderatsfraktionen reagierten unterschiedlich auf die Nachricht, dass die Uni für die Koppeln nur kurze Verträge abschließen will. Während SPD und GAL keine Zukunft für die Reiter im Schänzel sehen, meint CDU-Fraktionschef Jan Gradel: „Ich sehe dadurch keine Gefährdung des Standorts, Koppeln wird man auch woanders finden.“ Und Wolfgang Lachenauer (Die Heidelberger) findet: „Diejenigen, die jetzt auch gegen den Standort Schänzel sind, müssen auch mal positive Vorschläge für ein neues Areal bringen.“ Er wundere sich, mit welcher Vehemenz gegen die Ansiedlung gekämpft werde, dabei könne man den Verein nicht im Regen stehen lassen. Die Stadt hat im November Räumungsklage gegen den Verein erhoben. Er soll das Areal für die Zooerweiterung frei machen.


