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06.01.2011 von Volker Violet

NABU Heidelberg gegen Bebauung des Gewanns Farrwiesenäcker

Naturschutzbund gegen einen erneuten, für Mensch und Natur schädlichen Angriff auf das Handschuhsheimer Feld

Gewann Farrwiesenäcker Heidelberg-Handschuhsheim (Quelle: Stadtblatt Online)

Der Naturschutzbund (NABU) Heidelberg begrüßt die Suche des Heidelberger Reitervereins nach einem neuen Vereinsgelände. Er betrachtet den Reitsport als eine sinnvolle und förderungswürdige Freizeitbeschäftigung. Aus Naturschutzgründen hält der NABU allerdings die Suche nach einem Standort im Handschuhsheimer Feld für falsch.


Eine Bebauung des Gewanns Farrwiesenäcker inmitten der bestehenden Felder und Gärten lehnt der NABU ab, denn öffentliche Belange würden hierdurch  gleich mehrfach beeinträchtigt. Insbesondere würde massiv gegen den Naturschutz gehandelt: Im Handschuhsheimer Feld leben zahlreiche bedrohte Tierarten. Just hier, im betroffenen Gewann, brütet in einer Hecke die Nachtigall.

Das Gutachten des Büros Dr.Schemel (München) aus dem Jahre 2005 verweist auf „die erheblichen Beeinträchtigungen der Tierwelt mit ihren geschützten Arten, die sehr empfindlich auf ... Flächenentzug und Lebensraumzerschneidung reagieren“. Hierfür ist der Gartenrotschwanz ein weiteres Beispiel: Der Ornithologe des genannten Gutachters zählte 70 Brutpaare dieser Vogelart im Handschuhsheimer Feld. Der Gartenrotschwanz besitzt somit in Heidelberg wieder eine bundesweit einmalige Brutpaardichte, nachdem er in den 1980er Jahren nahezu ausgerottet war. Unsere Stadt steht für den Schutz dieser Vogelart somit in besonderer Verantwortung. Bauvorhaben müssen speziell auf sie Rücksicht nehmen. Nicht ohne Grund ist der Gartenrotschwanz Vogel des Jahres 2011.

Eine Bachelor-Arbeit aus dem Jahre 2009 stellt eine dritte, im Gewann Farrwiesenäcker brütende, stark bedrohte Vogelart fest: Die Goldammer.

Der Naturschutzbund (NABU) Heidelberg wendet sich entschieden gegen einen erneuten, für Mensch und Natur schädlichen Angriff auf das Handschuhsheimer Feld. Er  setzt sich dafür ein, dass die bestehenden Alternativen außerhalb des Feldes weiter verfolgt werden. Ferner fordert der NABU dazu auf, das Feld durch geeignete Maßnahmen für die  Artenvielfalt, insbesondere für den Gartenrotschwanz, aufzuwerten.

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