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09.02.2012 von Mannheimer Morgen
Olympiapark: Bürgermeister Mörlein erklärt Rückzug
"Alles hat sich nur noch im Kreis gedreht" (von Tim Herre)
Nach fast einem Jahr Planungen und Kosten von rund 12 000 Euro hatte Mörlein am Dienstag erklärt, das Vorhaben nicht weiter verfolgen zu wollen.
Kurzer Rückblick: Im vergangenen Mai hatte Mörlein angekündigt, dass Investoren aus dem Umfeld des Olympischen Komitee Asiens (OCA) ein großes Trainingsgelände an der Autobahn bauen wollen. Als hiesiger Ansprechpartner und Vermittler des OCA trat ein in Mannheim eingetragener Verein namens "Euroasian Sports Centre" auf. Nach anfänglicher Euphorie kamen aber Zweifel an der Integrität der Investoren auf. Denn trotz zahlreicher Anfragen von Verwaltungen, Behörden oder der Presse sagte das OCA zu den Plänen nichts. Auch ein persönlicher Brief Mörleins an den Präsidenten des OCA, einen kuwaitischen Scheich namens Ahmed Al-Sabah, blieb unbeantwortet.
Im Januar verlor der Eppelheimer Gemeinderat schließlich die Geduld. Bevor man weitere Schritte in dieser Angelegenheit unternehme, müsse sich das OCA bis Monatsende hochoffiziell äußern. Die Reaktion war ein Brief eines Heidelberger Rechtsanwalts, der sich als Vertreter des OCA und dessen Außenbeauftragten - eines gewissen Jaffer Al-Muthaffer - zu erkennen gab. In dem Brief hieß es, dass sich das OCA abschließend entscheiden werde, sobald eine "hundertprozentige Planungssicherheit" vorliege. "So hat sich alles nur noch im Kreis gedreht, eine endlose Schleife, also konnte ich es auch sein lassen", begründet Mörlein, warum er am Dienstag die Reißlinie zog.
Beim Regionalverband, wo Eppelheim bereits einen Antrag auf Umwidmung der Ackerfläche an der A 5 zu Bauland gestellt hatte, nahm man das Scheitern gelassen zur Kenntnis. "Wir haben Arbeit investiert, aber nun bleibt eben alles, wie es ist", sagte Direktor Ralph Schlusche. Vorwürfe aus dem Eppelheimer Rathaus, dass die regionalen Entscheidungsträger zu "schwerfällig" agiert hätten, wies Schlusche zurück. "Wir haben das Projekt mit der gebotenen Neutralität begleitet."
Einen Kommentar zum beharrlichen Schweigen des OCA lässt sich Schlusche dann aber doch entlocken: "Die Forderung nach einer ,hundertprozentigen Planungssicherheit' muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Das ist als Investor nicht realistisch." Ein derartiges Vorhaben erfordere immer "ein Geben und ein Nehmen", bekräftigt Schlusche: "Man kann nicht sagen: Macht ihr mal das ganze Planungsrecht und dann entscheide ich, ob ich komme."
Das Schweigen setzte sich übrigens auch gestern fort. Beim Verein "Euroasian Sports Centre" verwies man auf den OCA-Beauftragten Jaffer Al-Muthaffer. Der war persönlich nicht erreichbar. Sein Heidelberger Rechtsanwalt ließ ausrichten, dass er selbst "nicht autorisiert sei, Auskünfte zu erteilen". Wahrscheinlich war es auch dieses Kommunikationsdesaster, das Mörlein letztlich überzeugte, das Vorhaben fallen zu lassen. Ist das nun eine endgültige Entscheidung? "Wenn doch noch ein offizielles Schreiben vom OCA kommt, können wir vielleicht noch mal angreifen. Aber im Moment ist das Projekt mausetot."


