Nachricht
16.12.2011 von Rhein-Neckar-Zeitung
Naturschützer ziehen erneut gegen den Olympiapark zu Felde (von Rainer Laux)
Es sind die Naturschützer, die gerade dem Regionalverband eine erneute Eingabe zukommen ließen. Inhalt in Kurzform: Hände weg vom Eppelheimer Feld!
Mehrfach haben sich schon in den vergangenen Monaten der Landesnaturschutzverbund (LNV) und das Bündnis "Kein Olympiapark - Landwirtschaft erhalten" deutlich gegen diese Pläne für eine asiatische Sportstätte gewandt. Die Eingabe an den Regionalverband Rhein-Neckar kommt nicht von ungefähr, denn der stellt gerade den Regionalplan neu auf und befindet sich in der Phase der Diskussion und Fertigstellung. Das weiß auch die Eppelheimer Verwaltungsspitze und hat deshalb im Herbst den Antrag gestellt, die Grünfläche zwischen Autobahn und den Heidelberger Stadtteilen Pfaffengrund und Kirchheim nachträglich in die Planung für einen Olympiapark aufzunehmen.
Es gab eine Welle der Entrüstung. Und das nicht zum ersten Mal. Bereits vergleichbaren Planungen zu einem Hopp-Stadion und später einer Wild-Erweiterung auf diesem landwirtschaftlich genutzten Areal hatten sich die Naturschützer entgegen geworfen.
In den Schulterschluss gehen auch jetzt wieder der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND, der Naturschutzbund Deutschland, NABU, und der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg, LNV. Die Unterzeichnenden der Eingabe - Klaus Ihlenfeld (LNV), Dr. Andreas Eickhorst (NABU Heidelberg) und Gerhard Kaiser (BUND Heidelberg) - laufen Sturm gegen ein "derart unsinniges Vorhaben". Nämlich eine Fläche von circa 20 Hektar Ackerland und damit wertvollen Boden für immer der Versiegelung und Bebauung in der Region Heidelberg zu opfern. Den gebe es zur Genüge in den bereits versiegelten Bereichen der in Kürze geräumten US-Flächen sowie auf dem Gelände der Bahnstadt, so wird argumentiert, auch wenn dies möglicherweise nicht auf den Zeitplan des Investors zugeschnitten sei.
Ins Feld geführt wird auf Naturschützerseite unter anderem, dass das Areal eine klimatologisch hohe bis sehr hohe Bedeutung für Heidelberg habe und eine Frischluftschneise darstelle. Kurzum: Es sei "ein besonders schützenswertes Gebiet, auch wenn es bei überschlägiger Inaugenscheinnahme nicht so aussieht". Zudem widerspreche das Unterfangen dem erklärten Ziel der Landesregierung, den Flächenverbrauch zu reduzieren.
"Noch in dieser Woche will das Asiatische Olympische Komitee (OCA) entscheiden", ob der geplante Olympiapark in Eppelheim entstehen solle - das hatte Bürgermeister Dieter Mörlein bereits im August gesagt. Auf dieses Signal des kuwaitischen Scheichs Ahmed Al-Fahad Al-Sabah beziehungsweise seines früheren Vizepräsidenten Dr. Jaffar Al-Muthafer, stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Eurasien Sports Center" (ESC) mit Sitz in Mannheim, wartet Eppelheim immer noch, vier Monate später.


